Beruf und Berufung
"Geduld und Gelassenheit"
Der Beruf der Konduktorin verlangt darüber hinaus vor
allem Berufung, zudem, wie kaum eine andere Tätigkeit,
immense Geduld und Gelassenheit. Schließlich gilt es,
jedes einzelne Kind im Rahmen eines Gruppengesche-
hens - und da kann es ganz schön laut werden - zur
aktiven Teilnahme anzuregen, es behutsam dazu zu
bringen, sich über Handgriffe des täglichen Lebens
Selbstständigkeit zu erarbeiten.
Immer unter Berücksichtigung der Andersartigkeit der
Kinder. Jedes hat ein unterschiedliches Entwicklungs-
tempo, muss individuelle Lösungen für seine jeweiligen
Bewegungsstörungen finden und will auf unterschied-
liche Art und Weise motiviert werden.
Eine Konduktorin muss die Bewegungsbehinderungen
jedes Kindes erkennen können und verstehen, in welcher
Nervenverletzung sie begründet liegen. Sie muss wissen,
welche Folgeschäden damit zusammenhängen, dass die
betroffenen Kinder anfällig sind für verschiedene Infektio-
nen, Krankheiten und als Folge der Behinderung meist in
ihrem Selbstwertgefühl beeinträchtigt sind. Auf diesen
Erkenntnissen baut sie dann ihr individuell auf das Kind
abgestimmtes Förderprogramm auf:
Die kindliche Persönlichkeit wird gestärkt. Medizinische
Vorsorgemaßnahmen werden getroffen, da die Gehirn-
schädigung das Kind anfällig macht. Und in einer har-
monischen, Sicherheit vermittelnden, motivierenden und
positiven Atmosphäre werden die Fähigkeiten und Bega-
bungen des einzelnen Kindes durch geeignete Unter-
richts-, Erziehungs- und Bildungsmaßnahmen gefordert
und gefördert.
"Unabhängigkeit und Hilfestellung"
Die Aufgabe der Konduktorin ist es, Hilfestellung zu
geben, zu korrigieren, zu motivieren. Ein Kind soll nicht
nur versorgt werden. Bei der konduktiven Förderung nach
Petö soll das Kind sich vielmehr unter der Obhut der
Konduktorin das selbstständige Lernen aneignen, soll
selbst die für sich richtigen Strategien für die Erledigung
alltäglicher Aufgaben herausfinden.
Diese Strategien, gesunde Hirnteile zu aktivieren und auf
diese Weise die Hirnschädigungen auszugleichen, müs-
sen dann geübt werden, beginnend mit den für Gesunde
selbstverständlichen Dingen des Lebens wie Anziehen,
Essen, im Haushalt helfen. Fazit: Die konduktive Förde-
rung betont also das Erlernen mehr als die Behandlung,
die Unabhängigkeit des betroffenen Kindes weit mehr als
nur die Fürsorglichkeit durch die Eltern und Betreuer.
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